Panikattacke

Eine Panikattacke ist ein anfallsartiger Zustand intensivster Angst (meist Todesangst) ohne fassbaren Grund. Sie hält 15-20 Minuten an und verschwindet von selber. Sie kann jederzeit und überall auftreten.

Die Angst wird praktisch immer als Todesangst erlebt, es kommt zu Erstickungsgefühlen, Atemnot, Zittern, Schweißausbrüchen, Übelkeit, Hitze- oder Kältewallungen. Man kann sich auf die Panikattacke nicht einstellen und deshalb fühlt man sich besonders schutzlos, auf sich zurückgeworfen und vereinsamt.

Bei der Panik dominiert die Geschwindigkeit, gefühlmäßig ist ganz schnell der Boden weg und die Angst ist auch ganz schnell da. „Scheinbar aus dem Nichts tritt sie auf.“, und dadurch ist eine starke Erschütterung des Vertrauens in die Welt gegeben.

Scheinbar grundlos ist dennoch immer ein Auslöser, eine Wahrnehmung vor der Panik, die dann zur starken Angst führt. Der Auslöser wird eigentlich nie bewusst wahrgenommen und daher erscheint es für den Betroffenen aus dem Nichts zu kommen.

Als Auslöser können alle Formen  von Haltverlust mit Gefühl von Enge in Frage kommen:
z.B. an etwas denken, das Angst macht; in einem engen Raum sein; Gefühl haben, es könnte was Schlimmes passieren; körperliche Krankheiten; wenn etwas nicht so ist, wie man es sich vorstellt; plötzliche Konfrontation mit etwas Unerwartetem

Man hat einen Gewinn, wenn man seinen persönlichen Auslöser kennt. Da kann ich mich vorbereiten und der Überraschungseffekt ist weg. Dadurch bekommt Panik eine Logik und Ordnung und wird verständlicher. Prophylaxe wird möglich, weil ich weiß, wo ich ansetzen muss und ich kann wieder aktiv sein.

Wenn dieser Auslöser dann gegeben ist, dann entsteht immer ein kurzes aber heftiges Erschrecken und die Interpretation der folgenden Symptome ist eine übertriebene Interpretation als Todeszeichen.

„Wenn das passiert, dann werde ich sterben!“ und genau durch diese Überreaktion wird dann aus der Angst eine Panik. Panik bekommt man nicht, Panik macht man sich! Ohne Überreaktion würde es eine Angst bleiben. Deshalb ist es so wichtig, dass man seinen Auslöser kennt und erkennen kann, das der nicht zum Tod führt.

z.B. bemerkt man ein harmloses körperliches Symptom von stärkerem Herzklopfen, das gleich wieder verschwindet. Das Herzklopfen hätte keine Bedeutung, außer ich erschrecke dadurch und denke sofort, jetzt wird ein Herzinfarkt folgen. Dann habe ich nicht nur Angst vor dem Herzinfarkt, sondern fange an, sofort zu glauben, er komme jetzt gleich und das darf nicht sein. Also meine Überreaktion + meine Abwehr, das darf nicht sein, führen letztlich in die Panikattacke.

In einer Psychotherapie lerne ich meinen Auslöser kennen und lerne, dass ich nichts tun kann gegen einen Herzinfarkt, wenn er kommt. Eine Panik hilft mir nicht.

Aber gegen eine Panikattacke kann ich etwas tun. Als erstes muss ich richtig atmen lernen, denn wer richtig atmet, kann unmöglich eine Panik bekommen. Weiters wird in einer Therapie bearbeitet, in welchen Situationen Sie Enge oder Druck erleben und warum, denn solche Situationen bringen einen leichter in die Panik. Und dann lernen Sie eine Haltung der Gelassenheit gegenüber den Dingen, die Sie nicht ändern können, zum Beispiel das Sterben.

Selbsterfahrungsfragen:
Wodurch mache ich mir selber ständig Druck?

Mit welcher Haltung lebe ich? Glaube ich, ich kann alles beeinflussen? Verleugne ich meinen Tod?

Was trage ich dazu bei durch Wünsche oder Erwartungen, dass ich dann schnell in die Angst komme? (es darf nur schön werden, alles andere will ich nicht…)